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Bogenschießen? - Das ist doch total einfach!?

Wer einmal einen Bogenschützen beim Training beobachtet hat, der weiß: Das sieht ja alles ganz einfach aus. Das ist so weit richtig. Wenn man schon einige Jahre das Bogenschießen trainiert, dann sieht das für einen Außenstehenden richtig einfach aus. Ist es aber wirklich so einfach?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man sich damit beschäftigen, wie bekommt der Schütze eigentlich den Pfeil überhaupt auf die Scheibe? An diese Frage angeknüpft stehen dann aber noch mehr Fragen:

  • Was kann der Schütze mit seinem Bogen machen, damit der Pfeil möglichst gut auf der Scheibe landet?
  • Kann der Schütze eventuell auch etwas mit dem Pfeil machen, um seine Ergebnisse zu verbessern?
  • Welche Anforderungen muss man an den Schützen selbst stellen?
    • Wie viel Kraft braucht man?
    • Ist eine ruhige Hand wirklich ausreichend um gut treffen zu können?
    • Wie viel Konzentration ist wirklich notwendig?
  • Warum trifft der Schütze, den ich beobachte, mein Pfeil fliegt aber überall hin nur nicht auf die Scheibe?

Schon in diesen Fragen steckt ein Teil der Antwort: Wenn es wirklich so einfach wäre, müsste jeder, der einen Bogen in die Hand bekommt, ohne jegliches regelmäßiges Training und allein durch Zusehen bereits wenigstens auf 18m Entfernung die Scheibe sicher treffen können.

Wer uns beim Training besucht und zum Probetraining kommt, der staunt häufig nicht schlecht: Bevor es einen Bogen in die Hand gibt, wird erst einmal die Technik erklärt. "Nunja, das kann ja nicht lange dauern", mag der eine oder andere jetzt denken.

Richtig stehen - Das kann doch jeder

Ganz so schnell geht es aber nicht. Zunächst müssen wir richtig stehen. Nur wer richtig zur Scheibe ausgerichtet ist, kann sie auch treffen. Logisch, oder? Also werden erst einmal die Füße parallel zur Schießlinie ausgerichtet und dann getestet, wie sicher der Kandidat steht. Man kann das einfach ausprobieren: Wenn man das Körpergewicht zu weit nach vorn verlagert, fällt man irgendwann nach vorn (wenn man nicht vorher schon gegensteuern würde). Gleiches passiert, wenn man das Gewicht zu weit nach hinten verlagert. Also stubst man den Schützen an und wenn er sich nicht auspendeln muss, steht er erst einmal sicher genug. Schon das Finden des richtigen Standes kann ein Weilchen dauern. Beide Beine sollen jeweils die Hälfte des Gewichts tragen, was wir gern mit zwei Waagen testen. Dieses Gleichgewicht zu finden, erfordert Training. Das kann man auch gut zu Hause ausprobieren.

Wenn die Beine und Füße gerichtet sind, schauen wir auf den Rest: Die Wirbelsäule kann uns im nächsten Schritt Probleme bereiten. Wichtig ist es, dass wir gerade stehen und nicht ins Hohlkreuz fallen. Das lässt sich mit etwas Training durchaus korrigieren, ist häufig auch ein Zeichen, dass die Rückenmuskulatur noch nicht stark genung trainiert ist. Der Schütze bekommt dann von uns noch ein paar kleine Trainingsaufgaben für zu Hause, um dem Problem entgegenzuwirken. Und bis hierhin haben wir noch nicht einmal einen Bogen oder einen Pfeil in der Hand gehabt.

Wo bleibt der Bogen?

Nach einem soliden Stand zeigen wir jedem Neuling erst ohne Hilfsmittel, wie die Auszugsbewegung vom Einlegen des Pfeils bis hin zum Zielen aussehen sollte. Keine Sorge, das kann keiner direkt perfekt nachmachen. Sonst wäre die Aussage "Bogenschießen ist einfach" ja tatsächlich richtig und wir könnten ohne Training Weltmeister werden. Schon ohne Hilfsmittel können die Arme dabei recht schwer werden. Im nächsten Schritt, kommen Theraband und Nullbogen zum Einsatz um mit möglichst wenig Kraftaufwand die Zugbewegung möglichst realistisch üben zu können. 

Viele Schützen haben zu Beginn ein Problem am Ellbogen des Arms, der den Bogen hält (wir sagen: der Bogenarm). Der Ellbogen dreht sich unbeabsichtigt und zunächst unkontrollierbar so nach innen, dass die Sehne an der Innenseite des Arms anschlagen kann. Deshalb bekommt jeder, der bei uns anfängt, auch einen langen Armschutz. Der hält die schlimmsten und unangenehmsten Erfahrungen recht gut ab. Trifft die Sehne, gibt es aber meist nur einen roten (je nach Treffer blauen) kleinen Fleck, der eine Weile etwas schmerzt aber schnell vergessen ist. Für dieses Problem gibt es eine einfache Übung im Türrahmen.

Ist die Bewegung mit Theraband und Nullbogen einigermaßen gesichert, darf jeder auch bei seinem ersten Probetraining die ersten Pfeile schießen. Aber: Nicht auf eine Entfernung von 18m, sondern auf 12m. Auf diese Entfernung kann man nach einer guten Einweisung recht gut treffen und auch die erste Trainingsstunde soll ja Spaß machen!

 

Wer an Sommerkursen in den Sommerferien teilgenommen hat, der weiß, dass in diesen Kursen der Bogen erst bei der dritten Trainingseinheit dazugenommen wird. Das hat den Vorteil, dass erst die Grundbewegung eingeübt wird, bevor der Bogen dazu kommt und mit dem doch stärkeren Zuggewicht von der Bewegung ablenkt.

 

Interesse an einem Probetraining? Anmelden kann man sich gern über unser Kontaktformular. Was es zu beachten gibt, ist in einer FAQ neben dem Formular aufgelistet.